
Es erinnert sich Olaf Werner:
Als Bauschheim im Jahre 1970 nach Rüsselsheim eingemeindet wurde, war in diesen Verträgen auch die Schaffung eines neuen Sportgeländes in Bauschheim festgeschrieben. Somit entstanden zeitnah auf dem Gelände des Steinmarkts, der im damaligen Bauschheimer Sprachgebrauch „Stookaut“ hieß, neben einer noch unbefestigten Baustraße mit einem Hartplatz inklusive Flutlicht sowie einem Naturrasenplatz zwei nagelneue Sportplätze mit Laufbahn, Weitsprunganlage und Kugelstoßring. Somit stand in Rüsselsheim-Bauschheim eine paradiesische Sportinfrastruktur insbesondere für die erst vor kurzer Zeit neu gegründeten SKG-Fußballer zur Verfügung.
Es ist selbsterklärend, dass diesbezüglich niemand der Umzug vom Birkenwäldchen besonders schwergefallen ist, wo sich das alte SKG-Areal befand. Obwohl man 13500 qm SKG-Eigentum am Birkenwäldchen gegen das neue Sportgelände in Erbbaupacht bei der Stadt getauscht hat, war es, so glaube ich, durchaus eine Win-Win-Situation.
In der damaligen Zeit fanden alle Vereinsversammlungen und Sitzungen in den örtlichen Gasthäusern statt und für so manche Sitzung, deren Themen auch am nächsten Tag noch diskret sein sollten, wurde das private Wohnzimmer eines Vorstandsmitglieds in Beschlag genommen. Dies führte unweigerlich zu dem dringenden Wunsch „Der Verein braucht etwas Eigenes“. Somit begannen die Planungen, ein SKG-Vereinshaus zu bauen, was neben Umkleide- und Duschräumen auch ein Sitzungszimmer sowie eine Vereinsgaststätte mit Kegelbahn haben sollte. Ergänzend wurde dann in diese Planungen noch eine Pächterwohnung im Obergeschoss mit aufgenommen, denn neben den zu erwartenden zusätzlichen Mieteinnahmen für die Wohnung war auch sichergestellt, dass in diesem damals noch sehr abgelegenen Gebiet zu fast jeder Tages- und Nachtzeit auch Menschen anwesend waren, die potenzielle Einbrecher fernhalten könnten
Viele Bautätigkeiten wurden während der Umsetzungsphase in Eigenhilfe von den Vereinsmitgliedern verrichtet, hier möchte ich aus dem Kollektiv der zahlreichen Helfer aus allen Abteilungen den Musikzug erwähnen, der für die Ausgestaltung der Kegelbahn verantwortlich zeichnete. Auch gilt es zwei Einzelpersonen wegen ihrer erbrachten Leistungen besonders hervorheben, denn beide haben sich in ihrem jeweils erlernten Kerngeschäft in beispielgebender Weise engagiert. Eine dieser Personen ist unser leider bereits verstorbener Ehrenvorsitzende Horst Trapp, der als Baufachmann immer mit Rat und Tat wesentlich zur fachlich korrekten Umsetzung der Tätigkeiten beitrug. Als zweite Person möchte ich unser Ehrenmitglied Heinz Maar mit einem Sonderlob würdigen. Er hat als gelernter Modellschreiner sowohl alle Holzdecken und Vertäfelungen als auch die Falttür zwischen den beiden Gasträumen hergestellt und eingebaut.
Seit dem 30.06.1975 existiert der erste Vertrag zwischen der „Brauerei Wilhelm Rummel“, wie die heutige „Darmstädter Privatbrauerei“, damals firmierte und der SKG Bauschheim. Hierin werden die Ausstattungsdetails der Gaststätte gemäß den eingereichten Plänen des Architekten Herrn Geiger dokumentiert. Wie man am Datum unschwer erkennen kann dauerte es von der Vertragsunterzeichnung bis zur Eröffnung des Lokals noch ein Jahr, da es in diesem Zeitraum galt, Theke, Bestuhlung und technische Ausgestaltung der Gasträume anzufertigen und einzubauen sowie das Bauprojekt final betriebsfähig herzustellen. Ich bin mir sicher, dass die Brauerei nicht viele Vertragspartner in ihren Büchern hat, die deutlich länger Kunde sind als unsere SKG. Dass man sich damals füreinander entschieden hat, darf man über das halbe Jahrhundert der Zusammenarbeit für beide Seiten als beeindruckendes Erfolgsmodell bezeichnen.
Der erste Pächter, der die 1976 neu eröffnete Steinmarktklause übernahm, war das Ehepaar El´Chacho gefolgt von Herrn Fleischhauer, der allerdings nur ein kurzes Intermezzo als Wirt gab. Mit der Familie Ivan und Mira Polunic kehrte erstmals eine Phase ein, die man als kontinuierlich und richtungsweisend bezeichnen darf. Die Neuausrichtung der Speisekarte mit kroatischen Spezialitäten wie z.B. der legendären Balkanplatte, die damals in der zwei Personen Version für 11,50 DM zu haben war und so üppig mit Fleisch ausgestattet war, dass so manche Beilage auch von den an große Portionen gewöhnten Bauschheimern nicht bezwungen werden konnte.
Durch einen tragischen Verkehrsunfall verlor unser Wirt Ivan Polunic sein Leben und von heute auf morgen war alles in und um die Steinmarktklause anders als zuvor. Aber die Familienangehörigen und das Personal zogen an einem Strang und führten die Geschäfte so lange weiter, bis die Nachfolge geregelt war. Diese Nachfolger waren Ante (Rocco) und Neda Busic und sind Schwester und Schwager von Mira. Somit bleib vieles erhalten, was man inzwischen als Kunde lieb gewonnen hatte.
Das Sprichwort: „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ gilt auch für die Steinmarktklause bezugnehmend auf Mira und Hajo Schüpferling, die der Familie Busic als Pächter nachfolgten. Denn Mira kehrte nach ca. 15 Jahren als Wirtin an ihre ehemalige Wirkungsstätte zurück.
Seit dem 01.07.2013, also seit nunmehr 13 Jahren, ist Zoran Jovetic Wirt und Pächter der Steinmarktklause. Immer gut gefüllte Gasträume, positive Rezensionen und viele Stammkunden sprechen für ein erfolgreiches Konzept und sein freundliches Personal.
In dem halben Jahrhundert hat es im Gastbereich mehrfach Renovierungen, Modernisierungen und technische Anpassungen gegeben. So wurde ein zweites Kühlhaus errichtet, die Küche saniert, die Toiletten völlig neugestaltet, der Fußboden und die Theke erneuert, G30-Feuerschutztüren eingebaut. Im Jahre 1999 wurde die inzwischen renovierungsbedürftige und längst nicht mehr so stark frequentierte Kegelbahn entfernt und an gleicher Stelle eine moderne Geschäftsstelle mit Archiv und Sitzungszimmer eingerichtet. Im letzten Jahr wurde in der Gaststätte für einen sechsstelligen Betrag das gesamte Mobiliar getauscht, eine lärmabsorbierende Decke mit LED-Beleuchtung installiert, sowie eine neue Trennflügeltür eingebaut. Die neuen Vorhänge und Gardinen sowie zahlreiche Accessoires haben ebenfalls großen Einfluss auf das jetzt moderne und positive Ambiente des Lokals.
Mit diesen immer wiederkehrenden Investitionen trägt auch die SKG wesentlich zum positiven Erscheinungsbild und dem Erfolg der Gaststätte bei und Ziel des Vorstandsteams ist es, die Steinmarktklause somit auch weiterhin erfolgreich und zukunftssicher aufzustellen.
Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag liebe Steinmarktklause und alles Gute für die Zukunft!
Das SKG-Vorstandsteam